Seiltanz

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Schweiz: Sommerabenteuer in Flims-Laax

Pressereise /// Die Sonne meinte es gut mit ganz Europa, als ich flott die 300 Kilometer zu meiner Zielregion Flims-Laax in der Schweiz zurücklegte. Die Destination hatte zu einem langen Wochenende mit Bergabenteuern gerufen und da konnte ich nicht nein sagen.

E-Bike Tour zur Rheinschlucht und zum Crestasee

Ich habe es wirklich getan und mich wieder auf ein E-Bike gesetzt. Das sah der Mann zuhause gar nicht gerne, denn er ist der festen Überzeugung dass jeder seinen Arsch selbst bewegen soll ;-)
So düsten wir von unserem Hotel in Laax in kürzester Zeit zur Rheinschlucht. Von der Aussichtsplattform Il Spir hat man einen grandiosen Blick über den ‚kleinen Schweizer Grand Canyon‘. Fast 400 Meter über dem Rhein steht man auf dieser Plattform, die übrigens einen Mauersegler darstellen soll. Und dabei ragt sie sogar etwas über den Abgrund heraus. Also nichts für schwache Nerven.Auf verschiedenen Wegen kommt man von der Rheinschlucht zu Fuß oder mit dem Bike zum Crestasee. An diesem Sommertag waren wir super froh über das erfrischende kristallklare Wasser. Am hinteren Ende des Sees gibt es einen kleinen Felsvorsprung von dem man sich mit einem Seil in den See schwingen kann – was für eine Gaudi. Wer möchte, kann anschließend am See an der ausgewiesenen Stelle grillen oder er kehrt im Gasthaus ein und lässt sich verwöhnen. Auf dem Heimweg war ich dann übrigens sehr glücklich mit dem E-Bike unterwegs zu sein. So leicht habe ich noch nie eine Bergauf-Strecke bewältigt ;-)

Zurück an der Wand: der Klettersteig Pinut

Am nächsten Morgen machte mir nicht nur das frühe Aufstehen zu schaffen, sondern auch meine Nervosität. Seit dem Reinfall am Rosskopf war ich auf keinem Klettersteig mehr. Da der Pinut aber als reiner B-Steig geführt wird, wollte ich mich aber doch wieder wagen. Und es hat sich mehr als gelohnt.
Der Steig ist wirklich sehr einfach zu begehen, alles ist gut gesichert und es gibt kaum ausgesetzte Stellen.
So ist schon nach wenigen Minuten die größte Anspannung von mir abgefallen und ich konnte den Sonnenaufgang und die Felsen des Flimsersteins richtig genießen. Für eingefleischte Klettersteig-Fans ist der technische Aspekt des Steigs vielleicht nicht so interessant, aber Anfänger mit Blick fürs Schöne sind hier im Paradies. Unser Ziel war die Alp (Kiosk Tegia) auf dem Flimserstein wo wir uns bei Getränken und Keksen für den Abstieg gestärkt haben. Wir wählten den direkten, dafür recht steilen, Weg nach Bargis. Dieser ist landschaftlich nicht zu verachten und man kommt direkt an der Bushaltestelle am Berghaus an.

Entspannte Stunden am Caumasee

Mit dem Bus geht es dann auch ruck zuck (mit 1x umsteigen) zum Caumasee. Ihr könnt von der Haltestelle entweder zum See herunterlaufen oder die gemütliche Variante, mit der im Eintrittspreis inkludierten Standseilbahn, wählen. Ihr könnt den See aber auch außerhalb des Zaunes umrunden, und auf der gegenüberliegenden Seite auch ohne Kosten das kühle Nass genießen. Wir haben den Nachmittag genutzt um nichts zu tun :) Nach einer seetypischen Stärkung mit Pommes haben wir uns immerhin noch auf ein Stand-Up Paddle gewagt. Das war mein erstes Mal und ich fand es gar nicht mal so schlecht.

Wer die zwei schönsten Seen der Region zu Fuß erkunden möchte, kann auch eine kleine Wanderung unternehmen.

Eine Hüttennacht auf dem Segnespass

Das größte Highlight der Reise stand uns am nächsten Tag noch bevor. Wir durften eine Nacht auf dem Segnespass – genauer gesagt in der Mountain Lodge – verbringen. Aber schon der Weg innerhalb des UNESCO-Weltkulturerbes ist ein Wanderträumchen für sich. Aber der Reihe nach…

Von Flims aus starteten wir gemütlich mit dem Sessellift der uns über Foppa bis nach Naraus brachte. So starteten wir unsere Wanderung bereits auf 1.800 Metern.
Über den Panoramaweg gelangten wir recht zügig zum Unteren Segnesboden. Dort hatten wir einen fantastischen Blick auf die Tschingelhörner und die vielen Wasserfälle die sich links und rechts entlang des Bodens ergießen. Das Panorama hat sich bei mir förmlich eingebrannt und gehört ab sofort auf jeden Fall zu meinen Lieblingsorten. Auch die Überschiebungslinie kann man an den Bergen erkennen, Laien wie ich halten das wohl erst einmal für eine Bergstraße. Neben der Segneshütte gibt es aktuell einen Besucherpavillon, der euch mit allen Infos zu dieser besonderen Tektonikarena versorgt.
Bei einer Pause in der Segneshütte stärkten wir uns für den weiteren Aufstieg, der auch Ende Juni noch über einige Schneefelder führte. Nachdem wir am ca. 19x22m großen Martinsloch vorbeigekommen sind, wartete nur noch ein steiler Aufstieg auf uns und der Segnespass war erreicht.
In der ehemaligen Militärunterkunft, die bereits 1944 erbaut wurde, bezogen wir schnell die verbliebenen Betten. Es gibt nur 12 Plätze im Schlafsaal und mit dem ein oder anderen Schnarcher muss man da leider immer rechnen. Blöd, wenn man da seine Ohropax vergisst. Aber der Sonnenuntergang und der gigantische Sternenhimmel in der Nacht haben mich mehr als genug für die schlaflose Nacht entschädigt.

Auf dem Wasserweg Trutg di Flem

Unser Rückweg führte uns von der Hütte zurück zum Segnesboden. Dort am Wasserfall beginnt der Wasserwanderweg Trutg dil Flem, bei dem man definitiv einige Male ‚Über 7 Brücken musst du gehen‘ singen wird ;-) Denn insgesamt überquert man den Flem auf sieben verschiedenen Brückenkonstruktionen. Und je weiter man absteigt, desto grüner und blumiger wird auch die Landschaft wieder. Die Wanderung hat mich ein bisschen an den Lechweg erinnert. Nach dem Abstieg waren die Beine etwas schwer, aber diese sommerlichen Abenteuer möchte ich keinesfalls missen. Die Schweiz sieht mich sicherlich bald wieder.Hinweis: Ich wurde von der Destination Flims-Laax-Falera auf diese Reise eingeladen. Vielen lieben Dank an Christina und Martina für die rundum Betreuung inklusive Foto- und Liane-ans-Land-hol-Dienst! Meine Meinung wurde dabei nicht durch Gipfel-Röteli oder andere kulinarische Genüsse beeinflusst sondern bleibt davon unberührt!

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