Seiltanz

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Weitwandern am letzten Wilden – der Lechweg

Werbung /// Anfang September hatte ich die Möglichkeit für einige Tage auf dem Lechweg zu wandern. In diesem Post möchte ich euch die verschiedenen Etappen des rund 125 Kilometer langen Weges näher bringen und euch ein paar Tipps & Tricks mit auf den Weg geben.

Der Lechweg beginnt im österreichischen Vorarlberg, verläuft weiter durch Tirol und endet schließlich im deutschen Füssen. Auf dem Weg von der Quelle des Lechs nahe des Formarinsees bis zum Lechfall bekommt ihr viel mehr verschiedene Eindrücke als man vielleicht vorerst glauben mag. Den Lech habt ihr zwar nahezu immer im Blick, trotzdem führt der Weg nicht nur am Ufer entlang. Der Formarinbach ist die erste Etappe des Lechwegs

Wanderbusse auf dem Weg und autofreie Anreise

Von München aus ist die Anreise mit Zug & Bus weniger umständlich, als mit dem Auto. Füssen und Reutte haben direkte Anbindungen nach München und so muss ich mich nicht erst groß darum kümmern, wo ich mein Auto am besten parken könnte und wo ich es dann auch wieder abholen muss.
Von Reutte aus bringt mich der Wanderbus unkompliziert bis zum Ausgangspunkt nach Lech am Arlberg.
Alle Busverbindungen und Fahrpläne findet ihr immer aktuell auf der Seite des Lechwegs. So hat man auch die Möglichkeit ggf. 2-3 Nächte in einem Hotel zu verbringen und morgens und abends jeweils den Wanderbus zu nutzen.
Die Nutzung des Wanderbusses ist in den jeweiligen Leistungen der ‚Aktiv-Cards‘ der Regionen inkludiert. Diese könnt ihr euch in euren Unterkünften ausstellen lassen. Ansonsten könnt ihr auch im Bus für die jeweilige Strecke zahlen.

Die klassischen Etappen auf dem Lechweg

Die klassische Variante des Lechwegs lässt sich in 7 Tagen erwandern. Natürlich könnt ihr die täglichen Etappen aber kürzen und dafür etwas mehr Zeit einplanen oder ihr habt ehrgeizigere Ziele und plant längere Etappen.
Auch in entgegengesetzter Richtung könnt ihr den Weg meistern, da kommen aber deutlich mehr Höhenmeter auf euch zu und die täglichen Etappen sind um einiges anspruchsvoller.

Die klassische Aufteilung:
Tag 1: Vom Formarinsee bis nach Lech am Arlberg / → 14,1 km ↗ 294 m ↘ 727 m
Tag 2: Von Lech am Arlberg bis Lechleiten / → 14,4 km ↗ 738 m ↘ 644 m
Tag 3: Von Lechleiten bis Holzgau / → 16,3 km ↗ 347 m ↘ 782 m
Tag 4: Von Holzgau bis Elbigenalp / → 12,8 km ↗ 679 m ↘ 749 m
Tag 5: Von Elbigenalp bis Stanzach / → 21,2 km ↗ 725 m ↘ 820 m
Tag 6: Von Stanzach bis Wängle / → 21,7 km ↗ 297 m ↘ 294 m
Tag 7: Von Wängle bis Füssen / → 25 km ↗ 1.142 m ↘ 1.290 mDie Lechquelle befindet sich in der Region Lech Zürs

Lechschleifen, Sternwanderungen und Markierungen

Eines darf nicht unerwähnt bleiben, die Markierung des Lechweges ist wirklich 1a und ein verirren ist fast nicht möglich. Mich dürft ihr da nicht fragen, ich schaffe alles ;-) Alle paar hundert Meter und an jeder Gabelung findet ihr zumindest ein elegantes L auf Baum, Stein oder Schild!

Um besondere Orte in der Region nicht außen vor zu lassen, wurden einige Lechschleifen entwickelt die man als zusätzliche Etappen oder an Pausentagen erwandern kann.
Ebenso für Pausentage sind die sogenannten Sternwanderungen gedacht. Diese können euch zu schönen Almen aber auch zu kleinen Gipfeln führen. Am besten fragt ihr direkt in eurem Hotel, welche Touren sie euch für Pausentage empfehlen würden. Oder ihr bleibt natürlich ein bisschen im Hotel und genießt den Wellness Bereich!

Was sollte man sonst noch wissen?

Der Lechweg ist erst ab Mitte Juni gefahrenlos begehbar, das Lech-Quellgebiet liegt auf rund 1.800 Metern und daher ist auch im Frühling noch mit Schnee und Lawinen zu rechnen. Und die erste Etappe solltet ihr meiner Meinung nach auf keinen Fall auslassen!

Wer das Hotel täglich wechselt aber nicht mit einem 10-14kg Rucksack unterwegs sein möchte, der kann einen Gepäcktransport buchen. Da läuft es sich sicherlich gleich ein bisschen angenehmer :-)

Bei Lea findet ihr eine Packliste, ich würde Wanderstöcke aber noch ergänzen. Ich hatte keine dabei und hätte mir bei dem ein oder anderem Anstieg bzw. Abstieg doch welche gewünscht!

Hotelempfehlungen

Auf meinen Etappen auf dem Lechweg hatte ich die Möglichkeit in ein paar schöne Hotels reinzuschnuppern. Deswegen hier einige Empfehlungen für euch:
Hotel Tannenhof in Reutte. Familiengeführt und alles noch umgebaut.
Haldenhof in Lech am Arlberg. Mit wunderschönem neuen Wellness-Bereich.
Hotel Oberlechtaler Hof in Holzgau. Super geräumige Zimmer.Hotel Lechzeit in Klimm bei Elmen. Durchdachte Zimmer mit wunderbarem Ausblick!

Jetzt möchte ich euch aber noch die vier Etappen, die ich gelaufen bin, etwas näherbringen. Wundert euch nicht, ich habe zwischen den Etappen immer den Wanderbus genutzt.

Formarinsee -> Lech:

Mit dem Bus geht es von Lech Zürs bis zum Ende der Mautstraße nahe dem Formarinsee. Leichter Regen und Nebel verhindern leider einen entspannten Blick auf den Formarinsee, der 2015 zum schönsten Ort Österreichs gewählt wurde.

Wir begleiten den Formarinbach auf seinen ersten Kilometern und wandern auf kleinen Pfaden und Holzstegen. Der kleine Bach wird immer breiter und bildet schließlich zusammen mit dem Spullerbach den Lech. Weitere kleine Bäche unterstützen und bilden so das Lech-Quellgebiet.
Unterwegs könnt ihr entweder im Gasthaus Älpele einkehren oder ihr nutzt einen der beiden Grill-/Lagerfeuerstellen auf dem Weg für die etwas andere Brotzeit. Um den Holzvorrat kümmert sich die Gemeinde. Die erste Etappe des Lechwegs wird zurecht als eine der Schönsten des gesamten Weges bezeichnet und so vergehen die ersten 14 Kilometer wie im Fluge. Der Formarinsee ist der Startpunkt des LechwegsAuf kleinen Holzstegen entlang des FormarinbachsDie erste Etappe des LechwegsDer Lech entsteht durch den Formarin- und Spullerbach

Warth – Holzgau

Von Warth starte ich am zweiten Tag direkt an der Bushaltestelle. Nachdem ich eine kleine Hängebrücke überquert habe, komme ich schon kurz darauf zum Gehrnerhof. Leider war die ‚Brotzeit-Terrasse‘ noch nicht geöffnet und ich musste ohne die bekannten Chämmiwürza Würsten von dannen ziehen. Ein bisschen ziehen sich die nächsten Kilometer und es geht viel bergab. Schließlich ist man aber wieder am Lech und es wird Zeit für eine entspannte Pause. Wer mag, kann seine Füße in den eiskalten Lech tunken. Ich entscheide mich lieber für die ‚Augen zu‘ Variante und genieße die Ruhe!

Am Abend schnüre ich nochmal meine Schuhe und laufe recht flott (ohne 12kg auf dem Rücken geht das deutlich besser :-)) in Holzgau hinauf zur Hängebrücke. Dieser Weg ist einer der kürzeren Lechschleifen und definitiv ein Highlight auf der Strecke. Dort angekommen staune ich nicht schlecht, als ich die rund 200m lange und über 100m hohe Hängebrücke über der Höhenbachschlucht sehe. Die Brücke hatte ich mir doch etwas kleiner vorgestellt und so begehe ich die Brücke nicht ohne eine gewisse Ehrfurcht. Weniger Schwindelfreie können auf dem ursprünglichen Lechweg bleiben und haben mit dem Simmswasserfall ebenfalls ein lohnendes Ziel.
Kleine Bruecke in WarthDie gemütliche Terrasse des GehrnerhofsEntspannen auf dem LechwegDie Hängebrücke in Holzgau

Häselgehr – Klimm

Diese kurze Etappe gehe ich höchst motiviert an – obwohl sich der Muskelkater und auch die ersten Blasen an den Füßen deutlich bemerkbar machen. Von der Bushaltestelle bis zum Doser Wasserfall ist es nur ein kurzes Stück. Ich nehme einen kleinen Rundweg und überquere den Bach oben und kehre erst ein bisschen später auf den Lechweg zurück. Jedes Jahr am 11.11 versiegt das Wasser und kehrt erst im April des nächsten Jahres zurück. Ob nun die Gerüchte um den Drachen oder den unterirdischen See wahr sind, konnte ich leider nicht klären. Vielleicht dreht aber auch nur der Tourismusverbund das Wasser ab ;-)
Der Doser Wasserfall im SommerUnterwegs auf dem Höhenweg bei Häselgehr

Höfen -> Pflach

An diesem Tag liegen einige Höhenmeter vor mir und als ich den höchsten Punkt des Tages, die Costaries Kapelle, erreicht habe gönne ich mir eine längere Pause. Wenig später komme ich dann schon zum Frauensee, der klare See ist an heißen Tagen sicherlich eine willkommene Abkühlung. Bevor ich beim 18m hohen Vogelbeobachtungsturm in Pflach ankomme überquere ich nochmal den inzwischen sehr breiten Lech. Oben vom Turm hat man einen tollen Blick über die Lechauen und tatsächlich entdecke ich auch verschieden Vögel :-) Mit Gepäck auf dem LechwegWilde Orchideen im LechtalDer Lechweg führt auch am Frauensee vorbeiDer breite Lech in PflachVogelbeobachtungsturm in Pflach

Die Lechschleife zur Burgruine Ehrenberg

Von Ehenbichel könntet ihr in einer Halbtageswanderung auch die Lechschleife zur Burgruine Ehrenberg laufen. Dort warten gleich mehrere Highlights auf euch. Neben der Schaufestung Schlosskopf und dem Fort Claudia wartet auch die Highline 179 auf euch. 406 Meter lang könnt ihr auf 114 Metern überqueren – eine ganz schön wackelige Angelegenheit. Da läuft man leicht schwankend über die gut befahrene Bundesstraße 179, schon verrückt. Ehrenberg Ruinen und die HighlineDie Highline 179 in Reutte

Am Ziel angekommen: der Lechfall in Füssen

Theoretisch startet die letzte Etappe von Pflach aus, ich habe allerdings wieder etwas abgekürzt und komme vom Kalvarienberg nach unten zum Lechfall. Der kleine Kalvarienberg bietet euch einen schönen Blick auf die vielen Seen in der Umgebung und auch die Königsschlösser kann man von dort entdecken. Jetzt sind es aber wirklich nicht mehr viele Meter bis zum endgültigen Ziel – dem Lechfall. Noch kurz einen letzten Blick auf den Lech genießen – dann ist das Abenteuer Lechweg auch schon vorbei.

Wer von euch plant ebenfalls den Lechweg zu laufen? Oder habt ihr andere Weitwanderziele? Ausblick vom Kalvarienberg in FüssenDer Lechfall als Ziel des LechwegsHinweis: Ich wurde von der Werbegemeinschaft Lech-Wege auf diese Reise eingeladen. Vielen Dank an die Kollegen von Füssen Tourismus, Naturparkregion Reutte, Lechtal TVB und Lech Zürs Tourismus für die nette Betreuung vor Ort. Meine Meinung wurde dabei nicht durch die Schlemmereien oder nicht vorhandenen Steinböcke beeinflusst und bleibt davon unberührt!

5 Discussions on
“Weitwandern am letzten Wilden – der Lechweg”
  • Hatte den Lechweg für dieses Jahr geplant, ist aber einiges dazwischen gekommen und so hab ich aufs kommende Jahr vertagt! Allerdings war es möglich, mit meinem Mann den Lechradweg per E-Bike zu erkunden, was uns schon sehr beeindruckt hat. Wir haben die Fahrt auf 2 Tage aufgeteilt, um wirklich die Schönheit genießen zu können.

    • Hallo Gisela,
      das klingt doch auch toll und immerhin eine gute Alternative für dieses Jahr :-) Ich drücke die Daumen, dass es im nächsten Jahr klappt.
      LG, Manuela

  • Hallo,
    Ein schöner Beitrag und tolle Fotos, es gibt ein aber,die 2.Etappe hast du nicht beschrieben oder hast du sie übersprungen?
    Wir sind den kpl.weg Ende September gelaufen, und die ersten 3 Etappen sind die schönsten,insgesamt mit Lechschleifen hatten wir 150 km auf der Uhr, keine Blasen, wenig Muskelkater, das war das schönste was wir bis jetzt gemacht haben,Gruß Frank

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